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Segelsport trifft Küstenschutz

Die Senior Sailors Lounge 1868 widmete sich am Donnerstag, 11. September, einem Thema, das weit über den Sport hinausreicht: dem Küstenschutz.

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Die Senior Sailors Lounge 1868 widmete sich am Donnerstag, 11. September, einem Thema, das weit über den Sport hinausreicht: dem Küstenschutz. Ulla Scheder-Bieschin hatte zu einer erweiterten Gesprächsrunde geladen, die Clubräume waren gut gefüllt.

Minister Tobias Goldschmidt aus Schleswig-Holstein, Vertreter der Hamburger Segel- und Hafenverbände, Experten wie Dr. Burkhard Watermann und Frank Schweikert sowie Mitglieder des NRV diskutierten über Schutzzonen, Verschlickung, Nationalparkpläne und neue Umweltprojekte. Im Zentrum stand die Frage: Wie lassen sich die Interessen des Segelsports mit den Anforderungen des Naturschutzes verbinden?

Im Zentrum stand dabei die Rede von Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein. Er sprach über den Aktionsplan Ostseeschutz und die Verantwortung Schleswig-Holsteins als Land zwischen den Meeren. Seine Botschaft: Meeresschutz muss im Einklang mit den Interessen der Menschen stehen.

Von den Auswirkungen der Elbvertiefung bis zu Sauerstoffmangel in der Ostsee, von Seegras-Pflanzungen bis zu antifoulingfreien Lösungen spannte sich der Bogen. Minister Goldschmidt berichtete vom Stand der politischen Entscheidungen, Verbandsvertreter schilderten praktische Probleme, Wissenschaftler und Aktivisten zeigten Wege auf, wie jeder seinen Beitrag leisten kann.

Nach dem offiziellen Teil ging die Diskussion beim gemeinsamen Mittagessen lebhaft weiter – ein Nachmittag, der zeigte, wie groß die Schnittmenge zwischen Segelsport und Umweltschutz sein kann.

Ein Bericht von Ulla Scheder-Bieschin

Review | Veranstaltung über „Küstenschutz“ am Donnerstag, dem 11.9.2025 im NRV

Zu einer erweiterten Gesprächsrunde folgten der Einladung von Ulla Scheder-Bieschin:

Minister Tobias Goldschmidt aus Schleswig-Holstein, Jörg-Michael Satz (Vorsitzender der Hamburger Yachthafengemeinschaft), Oliver Kosanke (Vorsitzender Hamburger Segelverband), Martin Borkmann (Stellv. Vorsitzender Hamburger Segelverband), Herr Dr. Burkhard Watermann, Herr Frank Schweikert, Nikolaus Kern, Volker Ernst (Vorstand NRV).

Nach Begrüßung durch Volker Ernst referierte Minister Goldschmidt über den Stand des Küstenschutzes in Schleswig-Holstein (siehe Referat im Anhang (es gilt das gesprochene Wort)). Das sehr komplexe Thema hatte zwischenzeitlich hohe Wellen geschlagen zwischen den Interessengruppen rund um den Wassersport auf der einen Seite und den Forderungen an Umweltschutzmaßnahmen auf der anderen Seite. Aktuell konnten Härten für die Wassersportler deutlich gemildert werden, insbesondere die Schutzzonen räumlich und zeitlich begrenzt werden.

Herr Satz ergänzte Probleme mit Verschlickung im Hamburger Yachthafen Wedel, deren Finanzierung immer wieder an Zuständigkeiten zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein scheitere. Ausserdem berichtete er, dass in seinem Revier die Auswirkungen der Elbvertiefung und Tidenveränderungen (Hochwasser und tiefe Ebbe) zu deutlichen Schäden führten. „Die HYG hat im Winter über 400 Schiffe im Deichvorland im Winterlager liegen. Eine Halle mit Winterliegern ist vor Jahren schon höher gebaut worden und somit deutlich sicherer bei Sturmflut“.

Herr Kosanke berichtete: „Wir haben festgestellt, dass sich Naturschutz und die Interessen der Segler nicht unbedingt ausschließen, sondern sich sogar ergänzen können. Das geplante Befahrens Verbot an den Küsten in Schleswig-Holstein vom jeweils 15.11.- bis 15. März stört z.B. die Segler nicht, da in der Zeit sowieso nicht gesegelt wird. Auch beim Mühlenberger Loch, wo behördenübergreifend ein minimaler Eingriff zur besseren Erreichbarkeit einer Fläche (für die jugendlichen Segler der Anrainervereine), die nicht so stark versandet geplant ist, wird wohl festgestellt, dass dadurch eine vermehrte Durchströmung des Mühlenberger Lochs erreicht werden könnte, der dann auch dem Naturschutz nutzt, da die Wasserfläche erhalten bleibt. Momentan wird ein Gutachten vorbereitet um die Umweltverträglichkeit der Maßnahme darzulegen.“

Herr Dr. Watermann ergänzte: Die Diskussionen um den vorgeschlagenen Nationalpark Ostsee waren von Ängsten, Befürchtungen über Verbote und Blockaden geprägt. Über notwendige Aktionen wurde kaum geredet und lieber an andere Nutzer der Ostsee appelliert, zu handeln. Nun liegt ein Aktionsplan für die schleswig-holsteinische Ostsee vor und wir sollten überlegen, wie wir für eine dringend notwendige Verbesserung des Zustands der Ostsee beitragen können. Planktonblüten durch Überdüngung, Sauerstoffmangel am Grunde der Ostsee und die Erwärmung des Wasserkörpers führen jetzt schon dazu, dass Dorsch und Hering sich nicht mehr fortpflanzen können. Auch die Schweinswalpopulation ist unter Stress. Der Zustand der Oberflächengewässer und der des bodennahen Wassers sowie der Sedimente ist in der gesamten Ostsee in einem schlechten Zustand. Der Aktionsplan sollte zügig umgesetzt werden.

Auch wir können in vielfältiger Weise unseren Beitrag zur Verbesserung des Zustands beitragen. Hier einige Beispiele:

Zur Realisierung des Aktionsplans sind Arbeitsgruppen und Beiräte geplant, die zu den jeweiligen Schwerpunkten Vorschläge erarbeiten sollen. Hier könnten wir konstruktiv mitarbeiten und die einladen, die schon erste Initiativen für ein umweltbewusstes Hafen-Management ergriffen haben und ihre Erfahrungen weitergeben können. Wir sollten auch die einladen, die die bisherigen Vorschläge für unsinnig, unbezahlbar oder unnötig ansehen, sowie die, die an den Möglichkeiten von praktikablen Veränderungen zweifeln, aber offen sind für neue Ideen und zuhören wollen. An der SH-Ostseeküste gibt es zahlreiche Ideen und Initiativen, in Häfen, Werften und Vereinen, die diskutiert und verbreitet werden können. Dieses Potenzial sollten wir helfen zu nutzen.

Herr Schweikert blickt zurück auf über 500 Projekte zur Erforschung der Wasserqualität der Meeres – auch auf Expeditionsreisen mit dem Forschungsschiff „Aldeparan“. Er berichtete über die Erfahrungen und Veränderungen des Meeres sowie den Anbau von Unterwasserwiesen zur Verbesserung von Flora und Fauna unter dem Meeresspiegel.

Auch Nikolaus Kern konnte über die Lackierungen der Traditionsschiffe berichten, die derzeit und in Zukunft bevorzugt werden, um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Die Gesprächsrunde auch mit den Zuhörern und Gästen wurde noch lebhaft fortgesetzt während des anschließenden Mittagessens im Clubrestaurant.

Autorin oder Autor

NRV Redaktion

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