50 Drachen aus 17 Nationen und ein Teilnehmerfeld, das einen vor segelsportlicher Ehrfurcht erstarren lassen kann: Olympioniken, neben Weltmeistern, noch mehr Weltmeistern, Europameistern und Segelgrößen jeder Couleur. Bei der Drachen WM in Vilamoura ging es ordentlich zur Sache: vor allen an den ersten Tagen herrschten herausfordernde Segelbedingungen, eine spitze, zuweilen kreuzlaufende Welle, gut 20 Knoten Wind, Strom und ein Teilnehmerfeld, das keinen noch so kleinen Fehler verzeiht.
Mit 10 geplanten Wettfahrten war die Serie fordernd. Der erste Tag der WM fing dann mit 15-20 Knoten Wind und steiler, kurzer Welle anspruchsvoll an. Der mehrfache Weltmeister Andy Beadsworth war mit seiner Topcrew Simon Fry und Enes Caylak am Start und setzte gleich mit einem Tagessieg im ersten Rennen ein Zeichen.
An den kommenden drei Tagen herrschten nahezu identische Bedingungen: Nach morgendlicher Nordbrise setzte bei Sonnenschein gegen 13/14:00 Uhr die Seebrise ein, die sich im Laufe des Nachmittages auf gut 15-20 Knoten steigerte. Erst an den letzten beiden WM Tagen wurde es ruhiger, am Finaltag fand sogar gar kein Rennen mehr statt.
Andy Beadsworth performte mit seinem Team über alle Tage derart souverän, dass er schon am vorletzten Abend als neuer Weltmeister feststand. In diesem schlussendlich letzten Rennen gelang auch Christoph Töpfer, Michael Koch und Markus Koy ein großer Wurf: Mit einem Tagessieg krönten sie ihren WM-Einsatz, und das, obwohl das Team erst seit zwei Saisons regelmäßig zusammen segelt.
„Für Markus, Michael und mich ist es die zweite Drachensaison, nachdem ich zuvor für fast 30 Jahre abgesehen von ein paar Alsterwettfahrten keine Regatten gesegelt war“, erklärt Töpfer die ungewöhnliche Ausgangslage.
Das Team arbeitet sich in der WM kontinuierlich nach vorne: „Wir wurden in den Wettfahrten immer besser. Die Welle ermöglichte es, den Drachen kräftig ins Gleiten zu bringen“, beschreibt Töpfer den Lernprozess. Während Andy Beadsworth bereits nach den ersten vier Wettfahrten mit großem Vorsprung führt, kämpft sich das deutsche Trio Platz für Platz nach vorne.
Der Durchbruch kam zum Schluss – in der achten Wettfahrt, bei deutlich leichteren Winden um fünf bis acht Knoten: „Wir konnten die Luvtonne mit fast 100 Meter Vorsprung vor dem nächsten Boot umrunden“, erinnert sich Töpfer an den phantastischen Moment. Das Ergebnis, nachdem die Nachfolgern bei abnehmenden Wind zudem noch gegen den Strom zu kämpfen hat: „ein überragendes Rennen mit knapp 3 Minuten Vorsprung vor dem Zweiten im Ziel.“
„In einem unglaublichen Endspurt steigerten wir uns gewaltig, und segelten in den letzten drei Tagen bei zunächst 20 Knoten einen super 2. Platz hinter dem zweimaligen Goldcup-Gewinner Pedro Andrade.“
Die Leistung reicht für Platz sieben – als bestes deutsches Team. „Mit unserem starken Endspurt landeten wir nur zwei Punkte hinter dem zweimaligem Weltmeister Klaus Dietrich, der vierter wurde“, bilanziert Christoph Töpfer zufrieden, einen Platz hinter Segellegende Lawrie Smith. Letzterer hatte die Warm Up Regatta vor der WM bei noch leichten Winden überlegen gewonnen.
Während Andy Beadsworth nun schon zum vierten Mal Weltmeister wurde, blickt das Trio erwartungsvoll in die Zukunft. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Keule, Kochi und ich wollen versuchen, uns weiterhin stetig zu verbessern“, erklärt Töpfer. Die Chemie stimmt: „Wir drei harmonieren gut an Bord, so dass Leistung und Spaß bei uns im Team stimmen.“
Das zeigt ein Blick auf die aktuelle internationale Rangliste: Hier katapultiert sich Christoph Töpfer auf Rang 1.
Und auch in der Korinthian Wertung gab es einen Erfolg unter NRV Stander: Hannes Holländer segelt zusammen mit Arne Hubregste und Johannes Berg als Gesamt-22ster auf Platz 4.









