Vergangene Juliwoche fand der dritte Grand Prix der Melges 32 Serie in Senigallia, Italien statt. Das Event diente als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im August, die am gleichen Veranstaltungsort ausgetragen wird. Das Team bestand aus Steuermann Max Augustin, Taktiker Malte Winkel, Maintrimmer Johann Kohlhoff, Kite Trimmer Dorian Heitzig, Focktrimmer Mats Schönebeck, Henrik Peters im Pit, Mastmann Moritz Burmester und Bowman Moritz Gießelmann. Mit Malte, Mats, Henrik und Moritz G. waren vier der acht Teammitglieder neu auf der Melges 32. Somit bestand das Team aus einer erfrischenden Mischung von alten Melges 32 Hasen und jungen, motivierten Seglern. Malte Winkel kommt dem ein oder anderen eventuell bekannt vor, denn er segelt im 470er eine Olympiakampagne für den NRV. Er ist seit Jahren in der 470er Weltspitze unterwegs und bringt als Taktiker das nötige Knowhow, die Erfahrung und auch Professionalität mit. Mats Schönebeck, Moritz Gießelmann und Henrik Peters sind bisher für das NRV Bundesliga- und Juniorenligateam gesegelt. Sie haben letztes Jahr die deutsche Meisterschaft und dieses Jahr die U25 Wertung der Corinthian Europameisterschaft in der J70 gewonnen. Jetzt wagten sie den Schritt auf ein größeres und schnelleres Boot. Vor kurzem wurde 10 Jahre HEAT gefeiert und das bedeutet auch, dass das Team nicht mehr dasselbe ist wie vor einem Jahrzehnt. Den Nachwuchs des NRV einzubinden ist deshalb umso wichtiger für das zukünftige Bestehen des Teams. Das Event diente deshalb neben der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft auch zum Einfügen neuer Segler in das Team.
Vorbereitung
Die Woche begann mit einer ungeplanten Verzögerung. Mats und Dorian konnten das Boot erst am Montag von Punta Ala nach Senigallia fahren, weil sie keinen Zutritt zur Lagerhalle hatten, in der das Boot zwischen den Events abgestellt wurde. Die zwei Trainingstage, die uns geblieben sind, haben wir auch effektiv genutzt und die Abläufe haben sich gut eingespielt. Abseits des Segelns waren wir auch bestens aufgehoben. Gewohnt haben wir in einem italienischen Landhaus, ausgestattet mit einem traditionellen Pizzaofen. Trotz des Teamnamens war die Kompetenz im Umgang mit dem Ofen eher begrenzt. Obwohl es etwa drei Stunden gedauert hat, den Steinofen auf die richtige Temperatur zu bringen, konnten sich unsere Pizzen echt sehen lassen. Abends wurde bei einer Runde Volleyball wertvolles Teambuilding betrieben. Nach ein paar entspannten Tagen der Vorbereitung wurde es ab Donnerstag ernst. Das Practice Race stand an und wir waren heiß!
Practice Race
Das Practice Race wurde bei wenig bis mittleren Wind gesegelt. Im Vortraining lag der Fokus auf den Manövern und dem Bootshandling, aber im Practice Race konnte Malte sich mit der Taktik voll austoben. Wegen eines Frühstarts mussten wir nochmal abdrehen und sind hinter allen anderen gestartet. Nachdem Malte uns auf die linke Seite der Startkreuz gelotst hat, waren wir an der Luvtonne wieder vorne dabei und sind trotz des Frühstarts als erste über die Ziellinie gesegelt.
Renntag 1
Beflügelt vom Erfolg im Practice Race starteten wir optimistisch in die Regattaserie. Am ersten Tag segelten wir drei Rennen und es wurde schnell klar, wer um die Top Plätze kämpft. Wilma und Pippa 2, beide mit Proficrews besetzt, zeigten taktische Finesse und einen starken Bootsspeed. Das ungarische Profiteam auf der Farfallina mischte ebenso vorne mit, wie die Interceptor, die genau wie wir in der Corinthian Wertung startet. Obwohl wir mit den Platzierungen 4, 3, 3 nicht an den Erfolg aus dem Practice Race anknüpfen konnten, waren wir mit der Leistung am ersten Tag recht zufrieden, denn unsere Starts waren sehr gut und wir wussten, dass wir das Zeug dazu haben, Wettfahrten zu gewinnen.
Renntag 2
Unsere tägliche Routine war inzwischen sehr gut eingespielt. Jeder wusste, was er zu tun hat, um sich, das Team und das Boot optimal auf die Rennen vorzubereiten. Verpflegung wurde vorbereitet, das Boot wurde geputzt und eingetrimmt. Die Segel wurden gecheckt und die Windvorhersage besprochen. Aus acht Seglern, die sich eine Woche vorher größtenteils noch nicht einmal kannten, ist innerhalb kürzester Zeit ein eingespieltes Team geworden. Das zeigte sich auch in den Ergebnissen. Die Starts liefen am zweiten Tag nach wie vor reibungslos. Im ersten Rennen behielten wir bis zum Ziel einen kühlen Kopf und ersegelten unseren ersten Tagessieg. Allerdings stieg der Wind im Laufe des Tages auf bis zu 20 Knoten an und das Bootshandling wurde für die Crew deutlich anspruchsvoller. Zu allem Überfluss ist auch noch der Gennakerblock auf der Backbord Seite kaputtgegangen. Damit war auf dem Vorwind Kurs das Chaos vorprogrammiert und wir mussten die hart erarbeiteten Plätze teilweise wieder abgeben. Deshalb hat es in den folgenden zwei Rennen nur für zwei dritte Plätze gereicht. Damit waren wir insgesamt Dritter und es schien so, als ob Wilma und Pippa 2 den Gesamtsieg unter sich ausmachen würden. Trotzdem waren wir auch mit dem zweiten Regattatag zufrieden. Nach dem täglichen Debriefing gab es noch Seafood Paella im Club Nautico Senigallia und das Highlight des Abends war das Beachfestival am Strand. Ganz nach dem Motto „Work hard, Play hard“ feierten wir, als ob am nächsten Tag der Start nicht schon für 10 Uhr angesetzt gewesen wäre.
Renntag 3
Ganz nach dem Sprichwort, waren wir am letzten Regattatag früh auf den Beinen, um wieder alles optimal vorbereitet zu haben. Mit Schrecken mussten wir am Hafen feststellen, dass kein Wind war und der Wasserspiegel einen halben Meter tiefer lag. Der Hafen war sehr flach, deshalb lag unser Schiff im Schlick auf. Der Wind ließ noch auf sich warten und weil keins der Schiffe auslaufen konnte, gab es erstmal Startverschiebung. Zum Glück stieg der Wasserspiegel wieder und es konnte noch ein Rennen gesegelt werden. Bei komplizierten Bedingungen mit abnehmendem Wind und gelegentlichen Regenschauern hat Malte ein letztes Mal sein taktisches Können unter Beweis gestellt und uns kurz vor dem Zeitlimit als Erste über die Ziellinie geführt. Unser Abstand auf die punktgleichen Wilma und Pippa 2 ist damit auf einen Punkt geschrumpft und der Gesamtsieg war zum Greifen nahe, doch wir segelten kein Weiteres Rennen. Damit beendeten wir die Regatta als erstes Corinthian Team und Dritte in der Gesamtwertung.
Schlussendlich ist die Regatta eine optimale Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im August gewesen. Das Ziel ist es, Weltmeister zu werden und wir haben gezeigt, dass wir das Potential besitzen, dieses Ziel auch zu erreichen.
Wir wünschen allen eine schöne restliche Saison 2025 und verbleiben mit herzlichen Grüßen
Euer Team HEAT





