Regatten

Spistart in die Schiffahrtsregatta

Die 42. Peter Gast Schiffahrtsregatta bot den Teilnehmenden nahezu perfekte Segelbedingungen.

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Die 42. Peter Gast Schiffahrtsregatta bot den Teilnehmenden nahezu perfekte Segelbedingungen. Bei moderatem Südwind konnten große Teile der rund 30 Seemeilen langen Strecke von Schleimünde nach Ærøskøbing unter Spinnaker gesegelt werden. Im Hafen erwartete die Crews der 102 Yachten eine wunderbare Spätsommeratmosphäre.

Wettfahrtleiter Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein schickte die 102 Yachten in sieben Gruppen mit einem Spinnakerstart auf die Bahn. Als Startschiff diente ein Hochseeschlepper „Fairplay 39“ der Hamburger Firma Fairplay; die „Partisan“ der dänischen Heimwehr begleitete die große Regattaflotte als Sicherheitsschiff. „Wir hatten Wind aus 200 Grad, schwankend bis 50 Grad, dazu null bis 15 Knoten Wind“, berichtete Alexander Prinz zu Schleswig-Holstein. „Das Feld wurde immer wieder durcheinandergewürfelt, vor allem an der letzten Tonne. Doch um 17 Uhr waren alle Schiffe im Hafen.“

An der Bahnmarke vor Skjoldnæs mussten Spinnaker und Gennaker geborgen werden, bevor es auf einem Anlieger ins Ziel ging. „Die Entscheidung für den Vormwindstart war richtig – bei einer Startkreuz wären die Teilnehmenden zu spät in Ærøskøbing angekommen“, sagt Dieter Gast. „Lediglich eine Yacht konnte nicht gewertet werden, zwei mussten das Rennen aufgeben.“

Während die in der ersten Gruppe um 9 Uhr gestarteten klassischen Yachten zügig ins Ziel segelten, gerieten die großen, modernen Regattayachten in eine Flaute. So konnten die kleineren Boote mit frischem Wind von hinten aufholen, was für Überraschungen in den Platzierungen sorgte. „Das war kein Tag für Boote mit breitem Heck“, resümierte Sebastian Ropohl, Offshore-Vorstand des NRV, der mit seiner Class40 „Cantaloop“ teilnahm.

Sportliche Ergebnisse sind bei der Schiffahrtsregatta, die aus einer privaten Wettfahrt mehrerer Schiffahrtskaufleute hervorgegangen ist, allerdings zweitrangig. Entscheidend ist, dass alle Teilnehmenden Spaß auf beim Segeln und beim abendlichen Zusammensein im Festzelt am Hafen haben. „Das ist wie LinkedIn in real life“, meinte ein Teilnehmer. „Man

trifft viele Leute, kommt ins Gespräch und baut sein Netzwerk in entspannter Atmosphäre aus.“

Overall-Sieg für „Senta“ und „Fru Antje“

Von den vorherrschenden Witterungsbedingungen profitierte vor allem die 1928 gebaute Spreizgaffelketsch „Senta“. Eigner Holger Schmidt, zu dessen Crew auch der mehrmalige Admiral’s-Cup-Sieger Albert Schweizer gehörte, segelte souverän zum Sieg in Startgruppe 1, gewann die Wertung der klassischen Yachten und siegte auch in der Yardstick-Gesamtwertung. „Die alte Dame hat heute Flügel bekommen“, freute sich Holger Schmidt bei der abendlichen Preisverleihung.

Zweite Yacht der Yardstickwertung wurde die One Off „Bunai“ mit Skipper Viktor Scheder-Bieschin, Auszubildender bei Peter Döhle, vor der neuen Cape 31 „Outsider“ mit Skipper Bo Teichmann, der für die MTK Group an den Start ging.

Sieger nach ORC-Overall wurde die Crest 910 „Fru Antje“, gemeldet für die Firma Seacotec. „Das war heute quality time unter Spi“, sagte Skipper Holger Jacobs (Yacht-Club Langballigau). Auf den Plätzen zwei und drei folgten die „Uca“ (KYC) mit Skipper Gunnar Knierim und die Beneteau First 36.7 „Karma“ mit Skipper Robert Wenndorf (Rostocker Segelverein Citybootshafen) für die Strela Shiprepair Yard.

Als „First ship in harbour“ erreichte die für MPC Container Ships startende, 86 Fuß große „Uca“ mit Skipper Gunnar Knierim als erste Ærøskøbing – trotz eines gerissenen Gennakers. Den Preis überreichte Bürgermeister Peter Hansted, der in seiner kurzen Rede die Verbundenheit zwischen der Schiffahrtsregatta und der Kommune Ærø und die gemeinsame Verantwortung für den Naturschutz betonte: „Dem Meer geht es nicht gut, das müssen wir zusammen retten. Wir sind Freunde – und müssen uns gemeinsam für den Schutz der Meere einsetzen.“

Junge Crews und besondere Auszeichnungen

Neben der großen „Uca“ nahm auch eine deutlich kleinere X-41 gleichen Namens an der Regatta teil. Sie wurde von Philipp Murmann geskippert, zur Crew gehörten zahlreiche Auszubildende der Knierim Werft. Die „Döhle Azubi Crew“ mit der „Bunai“ gewann als jüngstes Team zusätzlich den Sonderpreis der Galerie Deichstraße.

Als beste Skipperin wurde Katrina Westphal ausgezeichnet, die wie in den Vorjahren das Steuer der „Haspa Hamburg“ (Hamburgischer Verein Seefahrt) fest in der Hand hatte. An Bord waren unter anderem Haspa-Vorstandssprecher Harald Vogelsang, HVS-Vorsitzender Hanns Ostmeier und Pianist Joja Wendt. Neben dem knallroten Flaggschiff „Haspa Hamburg“ waren auch die anderen beiden Vereinsyachten des traditionsreichen Ausbildungsvereins bei der Regatta dabei: Die Crew der Carkeek 47 „Störtebeker“ mit Skipper Thorben Mühlbach wurde von Mitarbeitern der Firma Nordic Hamburg Shipmanagement unterstützt, die „Broader View Hamburg“ ging mit HVS-Vorstandsmitglied Joachim Brünner als Skipper für

den Schiffszertifizierer DNV an den Start. „Der DNV ist seit 20 Jahren Partner der Schiffahrtsregatta und segelt mit seinem Team seit zehn Jahren auf der ‚Broader View‘“, sagte Rasmus Stute, Area Manager Deutschland von DNV.

Alle Yachten wurden im Hafen mit dem Läuten einer Glocke von der Mole aus begrüßt. Als Dieter Gast auf der „No Excuse“ und Christian Gast auf der „Sexy Lady“ einliefen, ertönte ein Salutschuss aus einer zwar kleinen, aber lauten Kanone. Zahlreiche Einheimische und Touristen standen auf der Mole und beklatschten die eintreffenden Yachten und ihre Crews. Alexander Gast, Cheforganisator der Regatta und Nachfolger von Schiffahrtsregatta-Urgestein Hans-Joachim Lemcke, nahm auf der „Edelweiss“ an der Regatta teil.

Maritime Tradition und Netzwerkcharakter

Im Hafen lagen die Yachten dicht aneinander im Päckchen. Die Flaggen der teilnehmenden Reedereien, Versicherungen, Banken und maritimen Dienstleister sowie vieler norddeutscher Segelvereine zierten die Vorstagen der Schiffe und wurden in den Abendstunden stimmungsvoll beleuchtet. „Schiffahrt und Segler zusammen bilden das Fundament der Regatta“, sagte Christian Gast. „Wir danken allen Eignern, die ihre Schiffe für die Regatta zur Verfügung stellen oder Gäste mitnehmen.“

Das hochsommerliche Wetter nutzten viele für ein kurzes Bad am nahen Strand oder auch direkt im Hafenbecken, bevor sie Shorts und Segelbekleidung gegen elegante Kleidung tauschten. Danach ging es, angeführt von einem Traditionsspielmannszug, auf einen Rundgang durch die malerischen Gassen des kleinen Städtchens bis ins große Festzelt am Hafen, wo die Siegerehrung und die anschließende Party stattfanden. Die kurzweile Ehrung der erfolgreichen Yachten und Crews übernahm Moderatorin Kristin Recke zusammen mit Alexander Gast.

Ein besonderes Highlight war wie in den Vorjahren einen von der Berenberg Bank ermöglichten Film über die Schiffahrtsregatta, der neben vielen stimmungsvollen Bildern vom Tag auf dem Wasser auch viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Wort kommen ließ. Bevor am Sonntagmorgen alle Yachten nach und nach den Hafen verließen, gab es noch ein gemeinsames Frühstück, aufgetischt von der IMC Shipyard Group.

Zweitgrößte Regattaflotte Norddeutschlands

„Seit über vier Jahrzehnten verbindet der Netzwerkcharakter alle Teilnehmenden, Sponsoren und Unterstützer“, sagte Dieter Gast. „Wir sind stolz, nach dem Welcome Race zur Kieler Woche die zweitgrößte Regattaflotte Norddeutschlands zusammenzubringen – und freuen uns schon auf die 43. Schiffahrtsregatta im kommenden Jahr, die 2026 am vorletzten Augustwochenende stattfinden wird.“

Die sportliche Durchführung der Schiffahrtsregatta wird von den drei Vereinen Kieler Yacht-Club, Norddeutscher Regatta Verein und Segelvereinigung Altona-Oevelgönne

Alle Ergebnisse gibt es auf schiffahrtsregatta.de

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NRV Redaktion

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