Regatten

FISU World University Championship Sailing in Desenzano, Italien

Philip Walkenbach (CAU Kiel, SV Postdamer Adler), Philip Hatje (Uni Hamburg), Paul Pietzcker (CAU Kiel, Berliner Yacht Club), Freya Feilcke (CAU Kiel, Kieler Yacht Club), Carlotta Crüsemann (Universität Heidelberg-Mannheim, NRV) und Linus von Oppen (Universität Marburg, Berliner Yacht Club). Vom 2.

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Philip Walkenbach (CAU Kiel, SV Postdamer Adler), Philip Hatje (Uni Hamburg), Paul Pietzcker (CAU Kiel, Berliner Yacht Club), Freya Feilcke (CAU Kiel, Kieler Yacht Club), Carlotta Crüsemann (Universität Heidelberg-Mannheim, NRV) und Linus von Oppen (Universität Marburg, Berliner Yacht Club).

Vom 2. – 4. Juni 2024 fand in Desenzano am Gardasee die Studentenweltermeisterschaft 2024 im Segeln statt. Ein deutsches Team war auch dabei: Freya Feilcke (CAU Kiel), Philip Walkenbach (CAU Kiel), Paul Pietzcker (CAU Kiel), Linus von Oppen (Universität Marburg), der Trainer Philipp Hatje (Universität Hamburg) und ich, Carlotta Crüsemann (Universität Heidelberg-Mannheim), bildeten das deutsche Team. Wir wurden vom allgemeinen deutschen Hochschulsportverband auf Empfehlung des deutschen Seglerverbands für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft nominiert. Insgesamt nahmen 16 Teams aus 14 verschiedenen Nationen teil. An vier Tagen bei relativ leichten Winden wurde vor Desenzano der Meistertitel auf der Bootsklasse Dolphin 81 ausgesegelt. Festgelegt war eine Teamgröße bis zu sechs Segler*innen auf einem Boot.

Unser Team reiste am 2. Juni gemeinsam an den Lago di Garda. Am Mittwoch, den 3. Juni, ging es für uns um 10:30 für ein erstes Testsegeln auf den Dolphin-81 für 1.5h aufs Wasser. In dieser kurzen Trainingszeit versuchten wir die Manöverabläufe zu koordinieren und festzulegen, wer welchen Handgriff erledigt. Leider war es uns studien- und standortbedingt vorab nicht möglich gewesen gemeinsam zu trainieren. Dennoch hatten wir mit Freya, Paul und Linus aus dem 49er und uns zwei Einhandseglern (Philip und ich aus dem ILCA) genügend Expertise an Bord um das Bootshandling schnell zu beherrschen. Nach der kurzen Trainingseinheit standen die Position an Bord fest: Philip als Steuermann und Großschottrimmer, Freya und ich übernahmen den Trimm des Vorsegels und Gennakers (auf dem Vorwind) und Linus und Paul als Taktiker und Quer- und Längstrimmer. Da uns sehr leichtwindige Tage erwarteten, an denen die richtige Lage des Bootes im Wassers einen großen Einfluss auf die optimale Geschwindigkeit unseres Bootes nehmen würde, spielte der Gewichtstrimm (Quer- und Längstrimm) eine bedeutende Rolle. Am Abend des 1. Tages fand die Eröffnungsveranstaltung der Weltmeisterschaft statt. Wir nahmen als Teams gemeinsam an der Parade durch den Ort teil und sammelten uns an einem zentralen Platz am Wasser zur Eröffnungszeremonie. Hier wurden zahlreiche Reden gehalten und zur Eröffnung die Hymne der FISU und die italienische Nationalhymne gespielt. Zur Stärkung gab es zurück im ausrichtenden Segelclub Fraglia Vela Desenzano ein riesiges Büfett mit italienischen Spezialitäten und Prosecco…

Die folgenden Wettkampftage begannen täglich mit einer Steuermannsbesprechung um 7:30 Uhr. Hier ging Philip hin und gab uns zurück im Hotel beim Frühstück die neuesten Updates zum anstehenden Regattatag durch. Jeden Morgen beim Frühstück mit Blick auf den See konnten wir relativ gut einschätzen, ob mit genügend Wind der Start (angesetzt für 8:30) wohl rechtzeitig stattfinden würde oder ob wir bei Flaute noch entspannt eine Runde im See schwimmen oder unsere Laptops als fleißige Student*innen nochmal aufklappen konnten. Trotz schwacher Windverhältnisse segelten wir jeden Tag und kamen auf eine Anzahl von insgesamt 8 Wettfahrten. Gesegelt wurde in zwei Fleets, sodass die 16 Teams jeweils in zwei Gruppen auf die acht Dolphin-81 Boote verteilt wurden. In den deutschen Seglerkreisen auch bekannt als Bundesligaformat, wurden wir also immer für zwei Wettfahrten mit Shuttlebooten raus zum Regattafeld gebracht und wechselten im Anschluss mit dem anderen Fleet die Boot und es ging zurück in den Hafen. Während der Pausen an Land gab es jeden Tag um die Mittagszeit Pasta und frische Salate. Frisch gestärkt ging es dann für ein bis zwei weitere Flights (Runden) zurück aufs Wasser. 

Gesegelt wurde ein Up-and-Down Kurs mit zwei Runden und einem Reach ins Ziel. Durch die schwachen Windbedingungen zeigten sich die Starts als kleine Herausforderung, da es genau abzuschätzen galt wann und mit welchem Abstand zur Linie nun möglichst die gewünschte Startposition mit freiem Wind und idealer Geschwindigkeit eingenommen werden sollte. Unser Steuermann Philip manövrierte uns souverän durch die teils chaotischen Startsituationen und fand auf Ansage von Linus und Paul sehr oft noch eine Lane mit freiem Wind, sodass wir ohne Abdeckung durch andere Boote die erste Kreuz absegelten. Auf den Downwinds hatten wir während der Regatta zweimal nach dem Set einen Riss im Gennaker, die uns aber glücklicherweise kaum langsamer machten und direkt nach Beenden der Wettfahrt repariert werden konnten. Schlussendlich waren die Tonnenrundungen in Lee die gefährlichsten Manöver, da hier viele Teams (wir leider auch) ein paar Platzierungen durch Schiedsrichterstrafen durch Tonnenberührungen und Bootsberührungen oder Windabdeckungen verloren haben. Die Wettfahrten haben uns dennoch sehr viel Spaß gebracht und wir haben als Team sehr gut funktioniert!

Nach dem Regattatag etablierte sich nach dem Abbau der Boote im Hafen bei unserem deutschen Team eine abkühlende Schwimmeinheit im See. Abends wieder zurück im Segelclub gab es dann für alle ein Abendessen und es spielten Livebands. Hier wurden neue Freundschaften geknüpft und spannende Gespräche mit den anderen studierenden Segler*innen aus aller Welt geführt. Am letzten Abend fand dann die Siegerehrung mit ähnlicher Parade durch den Ort wie am ersten Tag statt. Für den Weltmeistertitel reichte es bei uns leider nicht, da wir in den ersten zwei Qualifying-Tagen sehr knapp keine Top 8 Platzierung (erste Hälfte = Goldfleet) im Gesamtranking erreichten, sodass wir ab dem dritten Tag als erstes Boot im Silberfleet (zweite Hälfte) segelten. Diesen Platz konnten wir bis zum Ende halten, sodass wir schlussendlich mit einem Top 10 Ergebnis (9. Platz) die Weltmeisterschaft beendeten. Mit vier Punkten Abstand zum zweiten Platz gewann Frankreich den Weltmeistertitel, den wir gemeinsam mit ihnen und allen anderen Nationen zur Abschlussparty bei cooler Musik und Proseccos im Hafen ausgiebig feierten! Die Studentenweltmeisterschaft war für uns ein einzigartiges Event, das wir in vollen Zügen genoßen haben und unsere Leidenschaft, das Segeln, auf für uns neue Weise im universitären Rahmen ausüben und gegen die besten Studierendenteams weltweit antreten durften! Wir möchten uns bei dem AdH für die Stellung und Teilnahme unseres deutschen Teams außerordentlich bedanken und sind motiviert bei der nächsten Weltmeisterschaft erneut für die deutschen Universitäten an den Start zu gehen. 

Viele Grüße aus Mannheim Carlotta Crüsemann 

Eventwebsite: https://desenzano2024.com 

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